Tierische Notfälle

Foto: Martina Bock

Wichtige Informationen für tierische Notfälle

Wir bekommen täglich mehrere Anrufe von Menschen, die verwaiste oder verletzte Tiere gefunden haben. Als NABU Kreisverband Peine e.V. können wir leider keine aktive Hilfe leisten, beraten aber gern, an wen Sie sich als Finder*in wenden können. Erste Anlaufstellen sind für uns das NABU Artenschutzzentrum in Leiferde und die Tierärztliche Hochschule in Hannover. Kontaktdaten finden Sie weiter unten.

 

Bitte bedenken:

 

Fundtiere:

 

Fundtiere sind z.B. entlaufene Tiere, die jemandem gehören. Als Finder*in sind Sie verpflichtet, das zuständige Fundbüro Ihrer Gemeinde oder nachts die Polizei zu verständigen. Muss ein Tier aus einer schwer zugänglichen Stelle gerettet werden, ist die Feuerwehr für die Rettung zuständig.

 

Herrenlose Tiere:

 

Als herrenlose Tiere werden Wildtiere, entlaufene oder streunende Tiere eingeordnet. Lt. Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebende Tiere zu fangen. Besonders geschützte Arten dürfen lediglich aufgenommen werden, wenn es sich um verletzte, hilflose oder kranke Tiere handelt, um sie gesund zu pflegen und sie anschließend unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen. 

 

Wenn Sie ein Tier einer streng geschützten Art aufgenommen haben, sind Sie verpflichtet, dieses der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. 

 

Kosten:

 

Tierärzt*innen sind nicht verpflichtet, herrenlose Tiere kostenlos zu behandeln, häufig haben sie auch nicht die erforderlichen Fachkenntnisse.  Auch die Gemeinden übernehmen die Behandlungskosten in der Regel nicht. Als Finder*in, der/die Sie sich des Tieres angenommen haben, sind sie grundsätzlich zahlungspflichtig. Inwieweit eine Wildtierauffangstation oder ein Tierschutzverein sich an den Kosten beteiligt oder sie übernimmt, sollte bestenfalls vor Behandlungsbeginn abgestimmt werden.  

Achtung! Unbedingt das Jagdrecht beachten.

 

Wer zwar in bester Absicht aber dennoch unbedarft handelt, macht sich ggf. strafbar im Sinne des Jagdgesetzes. Wenn Sie ein Tier, dass dem Jagdrecht unterliegt, einfach entnehmen, könnten Sie sich dem Verdacht der Jagdwilderei aussetzen. Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe wären ggf. die Konsequenzen. 

 

Wildtiere, auf die das Jagdrecht Anwendung findet, darf sich grundsätzlich nur der Inhaber des Jagdrechts aneignen. Wenn Sie dennoch ein verletztes Tier entnehmen und zu einer tierärztlichen Behandlung bringen, muss das unverzüglich der/die Jagdausübungsberechtigte erfahren. Rufen Sie bei der zuständigen Polizeidienststelle an, dort sind die Namen bekannt. Besser: Bevor Sie in irgendeiner Weise tätig werden, den Kontakt mit dem Jagdausübungsberechtigten herstellen.

 

Nicht immer ist ein Tier hilflos

 

Mütter lassen ihre Tierkinder häufig mehrere Stunden allein. Wenn das Tierkind in dieser Zeit aus falschem Hilfeverständnis heraus entnommen wurde, entsteht Tierleid - eine kleine Familie wurde zerstört. Das Tierkind wird seiner besten Lehrerin fürs Leben, seiner Mutter, entzogen. 

 

Für unsere Ohren häufig kläglich klingende Tierlaute dienen der Kommunikation zwischen Mutter und Kind und sind nicht automatisch Hilferufe. 

 

Bitte junge Wildtiere nicht unnötig berühren, sie werden von der Mutter ggf. nicht mehr angenommen.

 

Was Sie wissen müssen:

 

Sehr gute Hinweise zum weiteren Vorgehen nach einem Wildtierfund erhalten Sie auf der nachstehend verlinkten Seite des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde -> unbedingt ansehen!

 

https://www.nabuzentrum-leiferde.de/tierische-notfälle/

 

Tiere mit einer erkennbar schweren Verletzung benötigen professionelle Hilfe. Deshalb bitte keinesfalls ein verletztes Tier mit nach Hause nehmen, sondern umgehend zu einer Pflegestation oder zu einer Tierarztpraxis bringen. Beim Transport bitte darauf achten, dass das Tier gesichert ist und nicht im Transportbehältnis hin- und herrutschen können.

  

Vielen Dank!

 

 

 


NABU Artenschutzzentrum Leiferde

https://www.nabuzentrum-leiferde.de/wir-%C3%BCber-uns/kontakt-anreise/

 

Tierärztliche Hochschule Hannover

https://www.tiho-hannover.de/notdienst